Unkonstruktives Verbalgeballer oder wie man es besser machen könnte
Was mich an dem Verbalgeballer der DFL-Allzweckwaffe Tom Bender am meisten stört, ist das vollständige Fehlen von Konstruktivität. Weil wir Fans uns unsere Filmschnipsel bei Youtube zusammensuchen sollen wir kriminell sein? Welche Alternative haben wir denn?
Wenn DFL und Rechteinhaber clever wären, dann könnten Sie mit uns Bloggern und all den anderen aktiven Fans richtig Kohle machen. Was hindert den Internetrechteinhaber T-Com daran, uns Spielszenen zur Weiterbearbeitung anzubieten und unsere Filme nachher auf einem Portal der T-Com zu veröffentlichen? Das wäre der Magnet für viele User und würde Youtube richtig Traffic absaugen. Was hindert die T-Com daran, diese Filme am Anfang mit einem kurzen Werbespot zu versehen und in dieser Form uns Bloggern zur Verfügung zu stellen – aber selbst den Werbeerlös einzukassieren?
Nein, stattdessen dürfen erstmal die Anwälte Amok laufen, und nebenbei wundern sich die Rechteinhaber, warum keiner ihre Seiten besuchen will. Aber angeblich sind die DFL-Herren ja „durch den ständigen Austausch über die Interessen und Bedürfnisse der Anhänger informiert – und können so auf aktuelle Entwicklungen flexibel reagieren.“ Wie so eine Reaktion aussieht, haben wir ja in den letzten Tagen erlebt.
Vielleicht sollten die Herren Bender und Co mal bei der BBC ein paar Nachhilfestunden nehmen. Da hat man nämlich bereits vor ein paar Jahren erkannt: “Wenn das Peer-2-Peer-Fernsehen sich schon ankündige und die Leute ohnehin immer mehr Filme aus dem Netz saugen würden, sei es besser, wenn ihnen die Materialien kontrolliert und freiwillig ausgehändigt würden. ‘Wir wollen ja nicht auch in so eine Napster-Geschichte geraten’, erinnerte Bennett an das frühe Fiasko der Musikindustrie mit den Online-Tauschbörsen.” Seitdem bietet der Sender seinen Zuschauern im Creative Archive Material zur weiteren Bearbeitung und Veröffentlichung an.
























Björn sagt
am 2. November 2006 @ 14:49
sehr guter beitrag. hab das ja auch schon in einigen kommentaren geschrieben: wenn die DFL der entwicklung hinterherläuft und in sachen neue medien nicht am ball bleibt ist das kaum uns anzulasten.
Frittenmeister sagt
am 2. November 2006 @ 16:36
so ist es…der Beitrag zeigt genau auf was das Problem ist: Die liebe DFL hat zu spät erkannt, wie es heutzutage läuft und versucht jetzt mal schnell alles was sie verschlafen hat, sich wieder zurechtzuklagen…
nolookpass sagt
am 2. November 2006 @ 17:24
Eine Verständnisfrage, weil hier von Klagen und Anwälten die Rede ist: Außer Benders Drohung und der Massenlöschung von google ist doch noch nix passiert, oder? Also einfach auf andere Anbieter ausweichen (siehe auch Kalwas Kommentar).
Dülp sagt
am 2. November 2006 @ 17:33
Außer Benders öffentlicher Drohung gab es ja durchaus noch persönliche, telefonische Drohungen gegen zumindest ein Blog.
Wie die tatsächliche Rechtslage ausschaut halte ich übrigens solange für zweitrangig, bis ich mich auf ein klares Urteil berufen kann. Bis dahin kann die DFL sämtliche Blogger mit Drohungen und Schadenersatzklagen einschüchtern, so dass es gar nicht zu einem Prozess kommt. Ich jedenfalls kann und will mir keinen Rechtsstreit leisten.
Goma sagt
am 2. November 2006 @ 23:31
Da muss man einfach mal fragen: “Will die DFL uns etwa nicht mehr als Fans haben?” Sollte das zu Prozessen gegen Fans kommen muss man ganz klar sagen: Ohne uns! Eiskalt auf die Spiele verzichten, sollen die sehn woher sie ihr Geld dann bekommen wenn auch der Letzte abgemahnt und ausgenommen wurde.