Archiv für November, 2006

Wir lieben den Sport – Ihr auch?

Wir sind Hobby-Publizisten, die für uns selbst und die echte, diskussionsfreudige, kritische, konstruktive Basis der Fans weiße Punkte der öffentlichen Berichterstattung ausleuchten. Wir verfolgen keine kommerziellen Interessen, sondern opfern eine Menge Zeit, um unser Hobby und unsere Leidenschaft Menschen näher zu bringen.

Vor allem: Wir sind der Teil der Fans, der Respekt hat. Respekt vor Fans anderer Vereine, vor Trainern und Spielern egal welcher Herkunft. Wir sind eine Wurzel für das Fantum, das die DFL, die Uefa und die FIFA oft so schmerzlich in den Stadien vermisst. Schaut in unsere Blogs: Ob Bayern, HSV, Schalke oder Wacker Burghausen – wir diskutieren fair, pointiert, kontrovers, aber unterstützen uns in jedem Fall gegenseitig und bilden ein Netzwerk. Ihr, die DFL, könnt nur hoffen, dass wir ein breites Publikum erreichen.

Deswegen wollen wir Fußball-Blogger dort den Finger in die Wunde legen, wo engagierte Fans in ihrer Arbeit beschnitten werden. Dort, wo die DFL den Leuten, die ihre Begeisterung für den Sport an Anderen vermitteln, abgemahnt, belangt und kriminalisiert werden.

Zu unserer Diskussion gehört in jedem Fall das Recht auf Zitation. Dieses Recht ist fundamental in der journalistischen Arbeit – egal ob professionell, semi-professionell oder amateurhaft. Vor 1995 konnte dieses Recht nur für schriftliche Äußerungen gelten. Wir Blogger leben aber 2006. Wir wollen und müssen multimedial zitieren. Das heißt: Kommentare, Bilder, Filme. Nicht um die Rechteinhaber zu schädigen, sondern um unsere Aussagen zu untermauern. Wenn wir die großartige Stimmung in einem Stadion loben, müssen wir Bilder der Fans zeigen dürfen. Wenn wir eine Schiedsrichterentscheidung kritisieren, müssen wir den Bildbeweis anführen dürfen. Wir wollen fünf Sekunden, nicht fünf Minuten.

Der Fußball muss akzeptieren, dass er nicht ein urheberrechtlich geschütztes Werk, vergleichbar mit einem Film, ist. Fußball ist Gesellschaft, Fußball ist von so hohem öffentlichem Interesse, dass er Einschnitte in seine Rechte akzeptieren muss. Er steht montags vor der Politik auf Seite 1. Eine journalistische Berichterstattung muss erlaubt sein und es kann nicht unterschieden werden, ob eine Seite 50 oder 50.000 Leser hat. Auch der mit 50.000 hat mit 50 angefangen.

Wo ist der Unterschied zwischen uns, die mit dem Handy für unsere Blogs Bilder machen, und dem, der als akkreditierter Fotograf High-End-Fotos macht? Er liegt darin: Ihr würdet uns nicht akkreditieren, weil Euch unser Medium zu popelig erscheint. Und genau in diesem Moment habt Ihr nicht verstanden.

Ihr zeigt jede Woche auf Premiere und in der Sportschau Bilder von Choreos im Stadion. Aber Ihr erlaubt denen, die diese Choreos ausarbeiten, Fahnen und Banner malen, die für Euch Stimmung machen, nicht, Ihre Leistung anderen im Internet zu präsentieren. Wem gehören die Choreos? Euch, oder uns, die wir sie mit unserer Kreativität erarbeiten, uns organisieren und unseren Frauen erklären müssen, warum wir unser hart erarbeitetes Geld in so einen Scheiß investieren? Und schon wieder habt ihr nicht verstanden.

Was ihr verstehen müsst: Wir arbeiten mit Euch Hand in Hand. Wir sind nicht gegen Euch, sondern für Euch. Wir würden nichts machen, um unser Team zu schädigen. Wir stehen 100% hinter unserer Mannschaft. Wir wollen Fankultur und wir arbeiten hart daran, eine faire und vorurteilsfreie Fankultur zu verbreiten. Wenn Ihr uns schädigt, schädigt Ihr Euch selbst. Wir wollen, dass unser Verein den maximalen Profit erwirtschaftet. Aber im Rahmen dessen, was man uns Fans zumuten kann. Wir sind auch die Stimme gegen eine Kommerzialisierung und Ausbeutung der Fans. Wir sind eine Stimme für die diejenigen, die sich nicht von VIP- und Sitzplätzen verdrängen lassen wollen. Wir wollen eine Diskussion zwischen Menschen, die Fußball lieben. Wollt Ihr das auch, oder wollt Ihr lieber Anwälte sprechen lassen?