In England ist man schon einen Schritt weiter

Das von der DFL beauftragte Unternehmen Netresult sucht nicht nur im Auftrag der DFL nach Urheberrechtsverstößen, sondern auch für die Premier League, Formel Eins, UEFA Champions League und Australian Open Tennis.

„The Guardian“ berichtet, dass Netresult Youtube gebeten 1.000 Sport-Videos zu löschen und bereits 10 Website Betreiber aufgefordert hat, ihre Verweise auf diese Videos zu entfernen.

A digital rights company representing sporting bodies has asked YouTube to remove about 1,000 videos for copyright infringement – and believes there are as many as 10,000 more illegal clips on the website.

The online rights protection agency NetResult – which represents bodies including formula one, the Uefa Champions League, the Football League, and Australian Open Tennis – has also sent letters to about 10 websites that host links to clips that infringe copyrighted material.

Christopher Stokes, the chief executive of NetResult, said that the initial 1,000 was almost certainly the “tip of the iceberg” of its clients’ copyrighted material, but it was very time-consuming to track and then report all incidents.

Ronaldo Assis de Moreira (http://101greatgoals.blogspot.com/) ist einer dieser Website Betreiber. Auf seinem Blog hat er die E-Mails von NetResult online gestellt.
http://101greatgoals.blogspot.com/2006/10/what-took-you-so-long.html
http://101greatgoals.blogspot.com/2006/10/free-publicity-for-game.html
http://101greatgoals.blogspot.com/2006/10/goals-will-go-on.html

Hier ein paar Auszüge von Fan-E-Mails, die Ronaldo erhalten hat:

Once again the general public cannot see great goals, unless you pay money. Football was entertainment but is now a money making machine to their rich owners. They don’t care that most people cannot afford to pay high prices each week, to see their teams. They only care about how much money they can make from you each week and sites like yours stop that happening.

I just discovered your site through 442. I live in America, so as you know its almost impossible to see any football on television unless you have the money for expensive cable packages. Your site is fantastic for someone in my situation. Its unfortunate that NetResult doesn’t realize what you are doing for them. Its free publicity for the game, which is something it could use in America. Keep up the good work and don’t let them bully you.

Lesenswert ist auch der Beitrag von Ahmed in seinem „BlogFC“:
http://blogfc.com/premier-league-comes-after-football-bloggers/

Fazit:
- Die englischen Fussball-Fans haben die gleiche Sichtweise wie wir.
- NetResult ist zu Gute zu halten, den Bloggern nicht direkt mit Abmahngebühren zu kommen, sondern per E-Mail zur Unterlassung aufzufordern.

Unkonstruktives Verbalgeballer oder wie man es besser machen könnte

Was mich an dem Verbalgeballer der DFL-Allzweckwaffe Tom Bender am meisten stört, ist das vollständige Fehlen von Konstruktivität. Weil wir Fans uns unsere Filmschnipsel bei Youtube zusammensuchen sollen wir kriminell sein? Welche Alternative haben wir denn?

Wenn DFL und Rechteinhaber clever wären, dann könnten Sie mit uns Bloggern und all den anderen aktiven Fans richtig Kohle machen. Was hindert den Internetrechteinhaber T-Com daran, uns Spielszenen zur Weiterbearbeitung anzubieten und unsere Filme nachher auf einem Portal der T-Com zu veröffentlichen? Das wäre der Magnet für viele User und würde Youtube richtig Traffic absaugen. Was hindert die T-Com daran, diese Filme am Anfang mit einem kurzen Werbespot zu versehen und in dieser Form uns Bloggern zur Verfügung zu stellen – aber selbst den Werbeerlös einzukassieren?

Nein, stattdessen dürfen erstmal die Anwälte Amok laufen, und nebenbei wundern sich die Rechteinhaber, warum keiner ihre Seiten besuchen will. Aber angeblich sind die DFL-Herren ja „durch den ständigen Austausch über die Interessen und Bedürfnisse der Anhänger informiert – und können so auf aktuelle Entwicklungen flexibel reagieren.“ Wie so eine Reaktion aussieht, haben wir ja in den letzten Tagen erlebt.

Vielleicht sollten die Herren Bender und Co mal bei der BBC ein paar Nachhilfestunden nehmen. Da hat man nämlich bereits vor ein paar Jahren erkannt: “Wenn das Peer-2-Peer-Fernsehen sich schon ankündige und die Leute ohnehin immer mehr Filme aus dem Netz saugen würden, sei es besser, wenn ihnen die Materialien kontrolliert und freiwillig ausgehändigt würden. ‘Wir wollen ja nicht auch in so eine Napster-Geschichte geraten’, erinnerte Bennett an das frühe Fiasko der Musikindustrie mit den Online-Tauschbörsen.” Seitdem bietet der Sender seinen Zuschauern im Creative Archive Material zur weiteren Bearbeitung und Veröffentlichung an.

Fussballfans sind keine Verbrecher

Ohne großen Wind zu machen, möchte ich hier nur bekannt geben, dass die Webseite fussballfans-sind-keine-verbrecher.de von nun an mit diesem Blog zusammen gelegt ist. Schließlich ist es unser aller Fussball und manchmal ist es einfach an der Zeit, zusammen zu halten und die unterschiedlichen Ansichten über den besseren Verein zu vergessen.

Ohne uns Fussballfans ist der Fussball nicht mehr in der Lage so viel Geld in die unterschiedlichen Kassen zu spülen, wie es aktuell der Fall ist. Daher sollte man es sich nicht mit den Fussballfans verscherzen, wenn man eine dieser Kassen ist…

Ich respektiere die Rechte der DFL an Bild und Ton der deutschen Fussball Bundesliga. Ich respektiere andere Fussballfans, Fussballer, Vereine und selbst die Schalker. Ich respektiere, dass man als Rechteinhaber etwas dagegen hat, wenn jemand ohne die entsprechenden Rechte ein komplettes Fussballspiel oder einen redaktionellen Zusammenschnitt im Internet veröffentlicht, egal ob kostenlos oder kostenpflichtig.

Was ich aber nicht respektiere, sind Drohungen ( Androhung einer Abmahnung ) einer großen Organisation wie der DFL gegen Fussballfans, die nichts weiter getan haben, als ihrer Liebe zum Fussball Ausdruck zu verleihen. Die Liebe zu ihrem Verein, der Stimmung im Stadion und den Idolen auf dem Platz.

Handyvideos oder Videos mit einer Digitalkamera können nie einen Ersatz für die Fernsehberichterstattung sein ( schon rein technisch nicht ), wohl aber eine Bereicherung. In der Fussballberichterstattung sehen wir seltenst eine Fanchoreographie, den Torjubel direkt aus der Kurve oder den Anheizer auf dem Zaun. Diese zusätzlichen Eindrücke bekommen wir nur von denen, die mittendrin sind: den Fussballfans.

Sollen diese Videos verboten sein, nur weil man im Hintergrund etwas von dem Rasen sieht, auf dem gerade vermeintlich ein Bundesligaspiel stattfindet? Sollen diese Videos verboten sein, nur weil man darauf einen ca. 10px großen Lukas Podolski zu erkennen glaubt?

Wir lieben den Sport – Ihr auch?

Wir sind Hobby-Publizisten, die für uns selbst und die echte, diskussionsfreudige, kritische, konstruktive Basis der Fans weiße Punkte der öffentlichen Berichterstattung ausleuchten. Wir verfolgen keine kommerziellen Interessen, sondern opfern eine Menge Zeit, um unser Hobby und unsere Leidenschaft Menschen näher zu bringen.

Vor allem: Wir sind der Teil der Fans, der Respekt hat. Respekt vor Fans anderer Vereine, vor Trainern und Spielern egal welcher Herkunft. Wir sind eine Wurzel für das Fantum, das die DFL, die Uefa und die FIFA oft so schmerzlich in den Stadien vermisst. Schaut in unsere Blogs: Ob Bayern, HSV, Schalke oder Wacker Burghausen – wir diskutieren fair, pointiert, kontrovers, aber unterstützen uns in jedem Fall gegenseitig und bilden ein Netzwerk. Ihr, die DFL, könnt nur hoffen, dass wir ein breites Publikum erreichen.

Deswegen wollen wir Fußball-Blogger dort den Finger in die Wunde legen, wo engagierte Fans in ihrer Arbeit beschnitten werden. Dort, wo die DFL den Leuten, die ihre Begeisterung für den Sport an Anderen vermitteln, abgemahnt, belangt und kriminalisiert werden.

Zu unserer Diskussion gehört in jedem Fall das Recht auf Zitation. Dieses Recht ist fundamental in der journalistischen Arbeit – egal ob professionell, semi-professionell oder amateurhaft. Vor 1995 konnte dieses Recht nur für schriftliche Äußerungen gelten. Wir Blogger leben aber 2006. Wir wollen und müssen multimedial zitieren. Das heißt: Kommentare, Bilder, Filme. Nicht um die Rechteinhaber zu schädigen, sondern um unsere Aussagen zu untermauern. Wenn wir die großartige Stimmung in einem Stadion loben, müssen wir Bilder der Fans zeigen dürfen. Wenn wir eine Schiedsrichterentscheidung kritisieren, müssen wir den Bildbeweis anführen dürfen. Wir wollen fünf Sekunden, nicht fünf Minuten.

Der Fußball muss akzeptieren, dass er nicht ein urheberrechtlich geschütztes Werk, vergleichbar mit einem Film, ist. Fußball ist Gesellschaft, Fußball ist von so hohem öffentlichem Interesse, dass er Einschnitte in seine Rechte akzeptieren muss. Er steht montags vor der Politik auf Seite 1. Eine journalistische Berichterstattung muss erlaubt sein und es kann nicht unterschieden werden, ob eine Seite 50 oder 50.000 Leser hat. Auch der mit 50.000 hat mit 50 angefangen.

Wo ist der Unterschied zwischen uns, die mit dem Handy für unsere Blogs Bilder machen, und dem, der als akkreditierter Fotograf High-End-Fotos macht? Er liegt darin: Ihr würdet uns nicht akkreditieren, weil Euch unser Medium zu popelig erscheint. Und genau in diesem Moment habt Ihr nicht verstanden.

Ihr zeigt jede Woche auf Premiere und in der Sportschau Bilder von Choreos im Stadion. Aber Ihr erlaubt denen, die diese Choreos ausarbeiten, Fahnen und Banner malen, die für Euch Stimmung machen, nicht, Ihre Leistung anderen im Internet zu präsentieren. Wem gehören die Choreos? Euch, oder uns, die wir sie mit unserer Kreativität erarbeiten, uns organisieren und unseren Frauen erklären müssen, warum wir unser hart erarbeitetes Geld in so einen Scheiß investieren? Und schon wieder habt ihr nicht verstanden.

Was ihr verstehen müsst: Wir arbeiten mit Euch Hand in Hand. Wir sind nicht gegen Euch, sondern für Euch. Wir würden nichts machen, um unser Team zu schädigen. Wir stehen 100% hinter unserer Mannschaft. Wir wollen Fankultur und wir arbeiten hart daran, eine faire und vorurteilsfreie Fankultur zu verbreiten. Wenn Ihr uns schädigt, schädigt Ihr Euch selbst. Wir wollen, dass unser Verein den maximalen Profit erwirtschaftet. Aber im Rahmen dessen, was man uns Fans zumuten kann. Wir sind auch die Stimme gegen eine Kommerzialisierung und Ausbeutung der Fans. Wir sind eine Stimme für die diejenigen, die sich nicht von VIP- und Sitzplätzen verdrängen lassen wollen. Wir wollen eine Diskussion zwischen Menschen, die Fußball lieben. Wollt Ihr das auch, oder wollt Ihr lieber Anwälte sprechen lassen?

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Es ist unser Fußball

Ohne Fans wäre der Fußball kaum etwas Wert. Dies scheinen jedoch einige immer wieder zu vergessen.
Fans sollen abgemahnt werden, weil sie selbst aufgezeichnete Videos aus ihrem Fanblock auf ihrer Internetseite zeigen.

Andere bekommen Warnungen, weil sie ein Video mit dem bloßen Wort Bundesliga kennzeichnen – ohne im Video fremde Rechte zu verletzen.

Fanseiten von Fußball-Managerspielen wird es untersagt selbst editierte Datensätze mit Originalnamen ihrer Vereine und Spieler zum Download anzubieten.

Währenddessen nutzen einige Idioten den Fußball um ihre Gewaltphantasien oder ihren politischen Irrsinn auszuleben.

Es geht nicht um generelle Schelte der Ligenvertreter, Medien und Sponsoren. Wir wissen alle, dass ohne sie nichts läuft. Auch ist uns klar, dass ein Fernsehsender, der Millionen in die Rechte investiert, es nicht zulassen kann, dass anderswo das Spiel umsonst gesehen werden kann.

Wir reden hier von Schnipseln, Stimmungen aus den Fankurven, tollen Toren von längst vergangenen Spielzeiten – den Kleinigkeiten, die den Fußball ausmachen.

Wir lassen uns unseren Fußball nicht wegnehmen!Â